Samstag, 9. Oktober 2010

09.10.2010 Ein neues Haus







Die Unruhen hier in Ecuador haben sich ziemlich schnell wieder gelegt. Zwar wurde für eine Woche der Notstand ausgerufen, aber schon nach 3 Tagen war alles wieder beim Alten.
Nun zum neuen Haus: Seit etwa drei Wochen baut meine Familie an einem neuen Haus etwa 50 Meter von dem alten entfernt. Dort wird die Tochter, die zur Zeit mit ihrem Kind bei uns im Haus lebt, einziehen, sobald es fertig ist. Zusammen mit zwei anderen aus dem Dorf bin ich also fast jeden Nachmittag mit dem Hausbau beschäftigt. Es ist sehr beeindruckend, was man hier alles selber macht. Nachdem die Fläche begradigt war, haben wir zunächst das Haus abgemessen und haben den Grundriss mit Pfählen abgesteckt, an denen wir Schnüre festmachten, um den genauen Grundriss zu bekommen. Dann haben wir an den Stellen, wo die 10 Pfeiler stehen sollten, etwa ein mal ein Meter große Löcher gegraben, bestimmt 1,5 Meter tief. Ziemlich anstrengend. Zwischendurch trafen wir auf ein paar Scherben , die laut Luis von den Inkas stammen. Ich hab einige mit nach Otavalo genommen und werd sie mal waschen und inspizieren. Dann fingen wir an mit Handsägen Stahlstangen zuzusägen. Dann bogen wir die Stahlstäbe zu Rechtecken, und befestigten sie, um daraus Säulen zu machen, mit Drähten an anderen Stahlstangen. So fertigten wir alle Stahlsträger einzeln an. Die Säulen betonnierten wir in die gegrabenen Löcher. Um die Säulen zu gießen, umhüllten wir die Stahlsäulen mit Holz, richteten es mit einem Lot und fixierten es, und gossen dann in einer Nachtaktion die Säulen: Zwei mischten auf dem boden und mit Schaufeln den Zement, einer stand auf der Leiter und goss den Zement in die Form, und ich brachte immer die Eimer mit Zement zu ihm und hiefte sie auf die Leiter. Am Ende waren alle mit Zement übergossen und ziemlich kaputt, aber wir hatten es geschafft. Als Nächstes  bauen wir nun die Stahlträger für die Decke, dann werden wahrscheinlich die Wände gebaut und die Decke gegossen. Es bringt jedenfalls immer Spaß am Haus zu arbeiten, und so schläft man auch besser in dem inzwischen, da ich eine weitere Matratze aus Otavalo mitgebracht hab, nicht mehr ganz so hartem Bett.

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