Sonntag, 15. August 2010

15.8.2010 Cotacachi

Heute haben wir zum ersten mal auf dem Markt gefrühstückt. Es gab frittierte Teigtaschen mit Käse, Empanadas. Danach gabs noch Chilenas, eine Art Schmalzgebäck, und dann haben wir eine Menge Früchte eingekauft, die wir dann zu hause verzehrten. Neben Granadillas, Ananas, Bananen und Orangen gab es sehr leckere Avocados, die wir mit Pfeffer, Salz und Zitrone auslöffelten. Nach einer Weile brachen wir dann nach Cotacachi auf, eine kleine Stadt nördlich von Otavalo, die für ihre Lederwaren bekannt ist. Auch sollte hier sonntags ein Markt sein, den wir uns anschauen wollten. Wir liefen also zum Busterminal in Otavalo und fuhren dann etwa 25 Minuten für 25 cent nach Cotacachi. Die Stadt wirkte ein wenig eingeschlafen, neben den vielen Lederwarenläden war kaum was los. Lediglich auf dem Platz im Zentrum war zu erkennen, dass hier morgens ein Markt. Wir trafen auf eine Menschenmenge, in Mitten welcher vier Frauen in den hier typischen Trachten einen Tanz aufführten. Sie wirkten aber nicht so, als ob sie besonders viel Spaß an dem nicht besonders aufregenden Tanz hatten. Wir zogen weiter durch die Stadt und suchten nach einem Restaurant. Nach einer Weile fanden wir ein düster und etwas primitiver wirkendes Lokal, was unseren Vorstellungen entsprach. Eine Karte gab es nicht, auch nur ein Gericht, welches im gleichen Raum zubereitet wurde. Da wir bei den Nachbarn die Größe der Portionen sehen konnten, teilten wir uns den Reis, das Hähnchen, die Pommes und den Salat, und zahlten so pro person nur 75 cent für diese Mahlzeit. Nachdem wir ein bisschen weiter durch die Stadt gelaufen sind, nahmen wir den Bus zurück nach Otavalo. Zurück in Otavalo entspannten wir eine Weile und gingen dann in Otavalo essen. Auf dem Rückweg zum Hostal stießen wir auf eine Menschenmenge, die sich vor einem Hauseingang versammelt hatte. Eine Musikgruppe spielte, die Menschen tanzten, viele hatten große Körbe dabei. Dahinter standen weitere Männer, die je zu zweit lange Holzstangen hielten, an denen lebende Hühner und Meerschweinchen aufgehängt waren. Wir erfuhren von zwei Otavalenos, die ebenfalls zuschauten, dass wir Zeugen eines offiziellen Heiratsantrag vor dem haus des zukünftigen Gatten wurden. Die Meerschwweinchen, Hühnchen, Körbe und Säcke sind Geschenke der Gäste, und sollen auf der bald folgenden Hochzeit gegessen werden. Nach einer Weile und einigen Prozeduren entschwand die Festgesellschaft von der Straße auf den Hinterhof und wir gingen nach Hause.

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