Freitag, 10. September 2010

6.9. - 10.9.2010 "Didaktikwoche"

In dieser Woche sollte unsere didaktische Vorbereitung stattfinden, die im Endeffekt nicht allzu intensiv war. Trotzdem haben wir über viele interessante Dinge gesprochen und haben einiges gelernt. Am Donnerstag war beispielsweise eine Frau hier, die Forschungen über die Folgen der Migration in Ecuador anstellt. Sie erzählte uns zu Beispiel, dass etwa ein Fünftel der Bevölkerung Ecuadors inzwischen in andere Länder emigriert ist und, dass mitlerweile etwa 50 % der Emigranten Frauen sind, was natürlich wesentliche Folgen für die hier zurückgelassenen Kinder hat. So leben besonders in der Region um Otavalo viele Kinder bei Großeltern, Tanten, oder anderen Familienmitgliedern. Auch gibt es immer wieder Fälle, wo Kinder ganz zurückgelassen werden, sodass teilweise ein 12-Jähriger auf seine drei kleinen Geschwister aufpassen muss und für sie sorgen muss. Diese Forschungen grade in Bezug auf die Kinder stellt sie vielfach an unseren Schulen an, sodass ihre Berichte für uns sehr interessant waren.
Am Freitag unternahmen wir alle zusammen einen Ausflug. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die, die reiten können und alle anderen. Da ja auch schon mal ein klein bisschen fast geritten bin, war ich in der ersten Gruppe. Wir gingen zu einem Hinterhof in Otavalo, wo Pferde für uns bereitstanden. Dann ging unser Ausritt los. Zunächst ritten wir quer durch die ganze Stadt, bis wir zur Panamericana kamen, die wir überqueren mussten. Dann ging es teis steile Berge hoch und schmale Pfade entlang. NAch einer Weile kamen wir zur "Galloppstrecke", wie unser Guide sagte. Wir ritten zunächst im Trab los, bis dann die ersten anfingen zu galloppieren. Da die Pferde aber eher das machten, was alle anderen Pferde machten, als das, was der Reiter wollte, galloppierten wir bald alle. Nach etwa 15 Minuten spektakulärem Gallopp hielten wir an, weil wir nun auf den anderen Teil unserer Gruppe trafen. Mein Pferd war leider etwas unruhig, es trat ab un zu aus und stieg auch manchmal, sodass ich sehr aufpassen musste, nicht herunterzufallen. Dann stiegen wir erst einmal ab, und die andere Hälfte der Gruppe ritt weiter. Wir wanderten die gleiche Strecke, bis wir zu einem Wasserfall kamen. Dort machten wir alle Pause, und zusammen mit dem Lukas sprang ich in das eiskalte Wasser. Etwas später ritten wir wieder zurück und aßen dann in Otavalo erst einmal etwas. Dann stiegen wir alle wieder in eine Camionetta, und fuhren zu einer heiligen Stätte am Fuße des Imbabura. Dort wartete ein Schamane auf uns, desse Prozedur wir uns abschauen wollten. Wir setzten uns in einem Kreis ins Gras und genossen den Duft des mit irgendwelchen Blättern gespickten Feuers. Dann fing die Prozedur an: Zunächst ging der Schamane mit einem kleinen Gefäß und einem Röhrchen herum, füllte bei jedem ein wenig Flüssigkeit ins Röhrchen, und pustete dann die Flüssigkeit durch das Röhrchen bei jedem in beide Nasenlöcher. Dies sollte die Atemwege einigen. Die Mentolartige Flüssigkeit bewirkte, dass einige anfingen zu weinen, andere husteten oder schnupften, aber tatsächlich fühlten sich die Atemwege frei an. Dann teilte der Schamane Pflanzenbüschel an jeden aus. Er nahm dann von jedem das Büschel und wedelte einen damit ab. Dann nahm er eine aus einem Maisblatt gedrehte Zigarre und blies einem den Rauch ins Gesicht, auf den Körper und in die Hände. Dann kam der skurilste Teil: Er nahm aus einer Flasche mit allerlei Pflanzen drin einen Schluck Alkohol und spuckte einen mit der Flüssigkeit ab. Während dieser Prozedur trommelte seine Assistentin die ganze Zeit auf einer Trommel. Nachdem wir dies alles überstanden hatten, fuhren wir wieder zurück in die Wohnung.

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